Sunny auf Lanzarote - Wenn das Leben Geschichten schreibt
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Wochenlange Funkstille...

Wo bitte ist die Zeit geblieben? Hier ist es ja seit Wochen ruhig und nur die, die auch bei Facebook ab und zu meine Posts lesen, wissen so im Ansatz, was in den letzten Wochen passiert ist, wer da war und was wir erlebt haben. Deswegen nutze ich diese Nacht mal, um Euch wieder auf aktuellen Stand zu bringen… Könnte etwas länger werden Fangen wir mal mit dem Besuch von Mama und Papa an – die waren vom 19. August bis 02. September bei mir und haben sich (scheinbar) wirklich wohl gefühlt. Für mich war es ein bisschen seltsam, dass die Eltern erst in meinem 33. Lebensjahr zu mir „zu Besuch“ in einem fremden Land kommen – also bei der Tochter Urlaub machen. Bei meiner Schwester war das früher so normal, dass sie 2-3 x im Jahr zu ihr in den Urlaub gefahren sind, aber bei mir gab’s das noch nicht – außer mal für ein Wochenende in Hamburg und ein Wochenende in München… und das ist furchtbar lange her! Auf jeden Fall hab ich mich sehr gefreut und bin leicht nervös zum Flughafen gefahren, musste dann aber doch noch fast eine Stunde warten, bis Mama schon mal draussen war, Papa und die Koffer dauerten dann nochmal ne gute halbe Stunde. Erstmal sind wir ins Haus gefahren, die beiden konnten sich erstmal einrichten. Immer wieder witzig, was sich so in elterlichen Koffern befindet – was man (bzw. Mama) meint, was sie unterwegs braucht – alles in Miniatur – sei es Salz, Süßstoff, Maggi, Kaffeepulver, Tees…und noch eine ganze Menge mehr Ich hab mich innerlich kaputt gelacht, manche Sachen ändern sich nie! Die Tage bekomme ich nicht mehr auf die Reihe, aber ich glaube, den ersten Tag haben wir erstmal zuhause verbracht und waren abends beim Gulliver in der Tapas Bar, am nächsten Tag hat Papa’s Kunsturlaub begonnen und innerhalb von 3 Vormittagen hat er eine richtig schöne Familien-Skulptur aus Speckstein gehauen, geschliffen und poliert. Wo das gute Stück jetzt eigentlich steht? Irgendwo im Haus meiner Eltern in Bochum, denke ich. Einen Tag haben wir eine richtig schöne Wanderung durch den Nationalpark gemacht – in einer Gruppe von nur 8 Personen mit einem tollen Führer, das wird hier angeboten, weiss aber kaum einer, kostet auch nichts, man muss sich nur online registrieren und das am besten 2-3 Monate im Voraus, denn so viele Termine gibt es nicht und sie sind schnell vergriffen. Bodega-Touren, Weinproben, Spaziergänge, gutes und viel Essen, noch mehr Wein, Nachmittage auf der Terrasse, Mama kocht Spaghetti (und genug, damit ich noch was einfrieren kann für schlechte Zeiten), Ausflüge in die Nachbarorte, ein Besuch auf dem großen Touri-Markt in Teguise und natürlich der obligatorische Kirchenbesuch in Playa Blanca (Mama war sogar 2x mit) durfte auch nicht fehlen. Einen Tag sind die beiden auch allein los gezogen mit einem Tourguide aus dem Freundeskreis, der ihnen die ganze Insel noch mal sehr persönlich gezeigt hat, und viele der Abende haben wir ganz gemütlich ausklingen lassen und uns viel erzählt, Karten gespielt und und und. Klar musste ich auch „nebenbei“ noch arbeiten, aber die Orga hat gut geklappt, denn meine lieben Eltern sind jetzt nicht unbedingt die totalen Nachtmenschen und gerne auch schon mal um 22h im Bett – da hatte ich dann noch locker 4-6h Zeit, bis ich ins Bett gegangen bin, und so musste ich dann nur noch entweder den Vormittag ODER den Nachmittag opfern – und wir hatten die restliche Zeit gemeinsam. 3 Tage vor Rückflug bekam die Runde dann auch noch Zuwachs!! Jessie und Jonah im Anflug – und Sunny wieder ab zum Flughafen! Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, wenn der Kleine irgendwann durch die sich immer wieder öffnenden und schließenden Schleusentüre gelaufen kommt, einen erkennt und übers ganze Gesicht strahlt! Keine Spur von Fremdeln – wie schön. Jessie hat ihn dann auch alleine rausgeschickt und wir sind – solange Jessie auf Koffer und Kinderwagen gewartet hat – eine halbe Stunde Rolltreppen hoch und Aufzug runter gefahren – so an die 20 mal bestimmt – der Kleine brauchte ja Bewegung. Und da die beiden im Juni ja schon ein paar Tage hier waren, kannte sich Jonah auch schon aus und hat mit seinen nichtmal 2 Jahren echt viel wieder erkannt. Selbst das Auto auf dem Parkplatz hat er aus 10 Metern erkannt, drauf gezeigt und als unser Auto verstanden. Schlaues Kerlchen! Jetzt waren wir hinsichtlich Fahrerei natürlich etwas eingeschränkt, denn ich habe nur einen Viersitzer und mit Mama, Papa, Jessie, Jonah und mir wird’s darin etwas eng – aber dennoch haben wir es irgendwie gut organisiert, dass jeder auf seine Kosten kam. Jonah hat auch Mama und Papa ziemlich schnell akzeptiert und sie nur noch „Oppa-Oppa“ und „Omma-Omma“ genannt und auf dem Weg zurück vom Abendessen durfte Jonah mit „Oppa-Oppa“ an der Hand rennen und spielen und später hat „Omma-Omma“ ihn im Kinderwagen im Affentempo die Bordsteinsenken hoch und runter geschoben, bis er vor Freude geschrien hat. Morgens war er dann immer wieder etwas verschüchtert, das hat sich aber noch ein paar Minuten wieder gelegt und ich glaube, es war für uns alle fünf nicht nur okay, sondern schön, die paar Tage zusammen zu verbringen. Aber eben auch, weil es nur ein paar Tage sind, wäre es länger gewesen, wäre es sicher auch schwieriger mit der Koordination geworden – man will es ja immer jedem Recht machen. Einen Tag haben wir zum Beispiel zusammen in einem Hotel am Pool verbracht, wo Jonah wunderbar im Kinderpool spielen konnte und wir alle – entweder im Schatten oder in der Sonne – ausruhen konnten und ich auch noch Sport machen konnte Yeah! Am Dienstag bin ich dann also wieder zum Flughafen – nee, erst hab ich Jessie und Jonah zum Strand gebracht, dann Mama und Papa abgeholt, mit ihnen noch Mittag gegessen in Tinguaton, einem echt versteckten Restaurant mit seltsamen Öffnungszeiten, aber wahnsinnig leckerer Karte (echt kanarisch, Ziege, Kaninchen, und so weiter…) und dann hab ich die beiden zum FH gebracht und bin danach zu Jessie und Jonah an den Strand und hab mich noch ne Stunde dazu gelegt. Insgesamt waren Jessie und Jonah 3 Wochen hier, und die nächsten 10 Tage sind relativ schnell beschrieben – die meisten Tage haben wir es doch für ein paar Stunden zum Strand geschafft und Jonah war einfach glücklich, im Meer zu baden, mit seiner Giesskanne alles und jeden nass zu machen und im Sand zu spielen, Jessie und ich waren glücklich, einfach mal Sonne zu tanzen und zu dösen oder in der Sonne liegend kreativ zu arbeiten und später nur alles „schön“ zu schreiben. Morgens oder abends hab ich es ab und zu geschafft, den inneren Schweinehund zu überwinden und laufen zu gehen (August und September sind wirklich heiß!) und am Samstag, 06. September, war ja der große Tag!!! Der Yaiza Xtreme K10 Run fand statt! Einen Abend vorher bin ich mit meinem Mitläufer-Freund Micha noch auf den letzten Drücker nach Yaiza zu fahren, um unsere Trikots und Start-Unterlagen abzuholen und dann haben wir uns auch die Parcours-Strecke angeschaut, wo die Hindernisse noch aufgebaut wurden. ACH DU GROSSE KATASTROPHE!!!! Das ist nicht deren Ernst, oder? DAS WIRD JA WAHNSINN. Erstmal eine rauchen auf den Schreck ) Ich wusste vorher, was ungefähr auf mich zukommt, aber den Aufbau und Umfang aus dem letzten Jahr haben sie in diesem Jahr scheinbar noch getoppt! Aber egal – kneifen gilt nicht und so ging es am nächsten Morgen um halb zehn wieder nach Yaiza, mit Jessie und Jonah im Gepäck, die sich bereit erklärt hatten, an der Parcours-Fläche zu warten und uns anzufeuern und Fotos zu machen. Micha und ich sind dann in den Startbereich und haben auf den Startschuss gewartet – um 11 Uhr ging es los. Noch bevor der Lauf offiziell begonnen hatte, waren wir schon nass – dank einer Schaum-Maschine, die das gesamte Starterfeld durchweicht hat. Dann ging’s los! Achso, wir waren nass, weil wir als erstes über eine Feuermauer springen mussten – jetzt macht’s Sinn. Dann ging es für ca. 2.5 km in die Berge, einfach nur einen Vulkan hoch, Laufbreite oftmals max. 20cm, steil bergauf und bergab, über Geröll und teilweise so steil, dass man nur klettern und nicht mehr laufen konnte. Kurzzeitig freute ich mich dann, dass es nun in den Parcours ging. Nee, eigentlich hab ich mich auch langfristig gefreut, weil ich die wahnsinnige Herausforderung ja doch mag und ich wusste, dass ich da über meine (selbst gesetzten) Grenzen gehen musste. Es waren etwa 25 Hindernisse. Ging los mit Autoreifen schleppen, dann unter einem dicht über dem Boden gespannten, engmaschigen Netz durchkrabbeln wie bei der Bundeswehr, durch ein Schlammbad waten oder tauchen, unter, über und um Holzbalken herum balancieren, durch Erdlöcher krabbeln, Lehmberge hoch und runter rennen / klettern, am Seil hochklettern und eine Glocke betätigen, durch Käfige mit Gummiseilen, die stark gespannt den Weg verhindert haben, durchklettern, durch noch mehr Matsch-Teiche, wo man nur durch Seilzug wieder rauskam, über Hindernisse und Hürden, Auto-Anhänger, Fracht-Container hoch (und oben wenn man endlich über den Rand geklettert war, sehen, dass man nicht drüber laufen und an der anderen Seite wieder runterklettern muss, sondern einfach Freefall auf ein Matratzenlager 3,5m unter einem klatschen sollte…). Durch enge Röhren ins Schlammbad rutschen, durch einen Container schwimmen, in dem die obere Schicht aus Eisblöcken bestand…. Und so weiter! Echt, das war eine Mords-Anstrengung, nicht nur, weil man (ich) es einfach nicht gewohnt bin, sondern auch, weil die Klamotten, Schuhe, Haare – alles – einfach komplett nass und vollgesogen und matschig ist und man sich nicht mal den Dreck aus den Augen wischen kann, weil alles alles alles matschig ist. Einmal durch den ganzen Parcours hat gute zwanzig Minuten gedauert – danach ging es dann auf die lange Strecke wieder durch die Vulkan-Landschaft. 7.5 Kilometer ist jetzt keine Wahnsinnsstrecke – aber wenn die Füße in den Socken aufweichen und man gefühlt 2 Kilo Steinchen, Matsch und 1,5 Liter Wasser in jedem Schuh hat, die Laufhose sich immer mehr nach unten zieht, das T-Shirt einfach nur noch klebt…und man schon leichte Erschöpfungserscheinungen hat, dann sind 7.5 Kilometer doch ganz schön viel. Dass es wieder auf und ab ging, brauch ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen, oder? Dann aber – fast geschafft! Das Ziel schon fast auf Augenhöhe, die Beine müde, die Arme schwer…und dann nochmal durch diesen ganzen Parcours! Noch mal!!! Damit man man auch richtig matschig und dreckig und pustend nach 1h45min ins Ziel läuft und einfach glücklich ist!!! Haltet mich für verrückt (wenn ihr es bis jetzt noch nicht getan habt… eher der kleinere Teil von euch wahrscheinlich), aber ich will nächstes Jahr wieder mitmachen! Und meine Zeit verbessern. Und dieses Seil ohne Hilfe (2 Männer haben mich am Popo hoch geschoben, sonst hätt ich es nicht geschafft ) hochklettern. Runner’s High. Das war’s. Alle waren glücklich, und wir waren nicht die Letzten (und auch nicht die ersten logischerweise) im Ziel! Von 400 TN war ich Nummer 199, WÄRE meine Zeit auch gemessen worden – denn wie es ja immer bei mir ist, geht irgendwas schief, und obwohl ich alles exakt wie Micha gemacht habe – wurde meine Zeit nicht festgehalten, seine aber schon. Vielleicht war dieses Ding, was ich mir an den Fuss binden musste, kaputt, oder just, als ich durch’s Ziel geflogen bin, war da die Schaltuhr kaputt oder was auch immer – ich fand’s gemein! Denn jetzt steh ich online auf der Seite des Organisators unter „no timing“, was so aussieht, als hätte ich es nicht zu Ende gebracht… Dann lieber letzter, aber mit Zeit, echt, ey. Doof. Am folgenden Sonntag (nach 2 Duschen war der Schlamm dann auch aus allen Ritzen raus….nur die Ohren brauchten 4 Tage, bis alles wieder im Normalzustand war) hatte ich wieder Kirchendienst in Playa Blanca. Englische Gemeinde. Süßer, alter Pfarrer, der sich Zeit nimmt, meinen Namen kennt und – nachdem ich ein paar mal hintereinander Sonntags da war, auch gefragt hat, ob ich nicht ab und zu mal helfen könnte bei der Gottesdienstvorbereitung. Ich spring jetzt ein bisschen – aber mittlerweile gehöre ich zum festen Team und bin einmal im Monat verantwortlich dafür, den Altar zu decken, die Gäste zu begrüßen, Liederbücher auszuteilen und einzusammeln, die Kollekte einzusammeln und die Lesung entweder selbst zu machen oder eben Leute zu finden, die eine Lesung übernehmen. Und ich mache es sehr gerne. Ich bin nun mal alleine in ein fremdes Land gezogen und noch habe ich nicht den Wahnsinns-Freundeskreis, so dass es mir sehr gut tut, diesen Sonntag fest im Kalender zu haben. Und Kirche ist ja eh meins – gibt kaum eine auf der Insel, in der ich noch nicht war…Aber zurück in die Chronologie. Die zweite Woche verlief wunderschön, aber ohne große Vorkommnisse – ich musste arbeiten und drum herum haben wir Zeit gefunden für Strand, Essen gehen und Sport machen – desto früher ich aufgestanden bin, desto besser hat’s geklappt, denn die frühen Stunden sind perfekt für’s Arbeiten, genauso wie die ganz späten – und zwischendurch hatte ich ziemlich viel Spaß mit meinem Fast-Patenkind Der ist sooo schlau und frech und aufgeweckt, manchmal sehr kuschelig und sagt einem – obwohl er noch nicht wirklich sprechen kann – genau, was er will! Gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, wie anstrengend es ist, sich den ganzen Tag um ein Kind zu kümmern (und ich hab ja nur „geholfen“, Jessie hat das Meiste ja gemacht bzw. machen müssen). Da kommt man nicht so schnell voran, wie man vielleicht möchte und stellt seine eigenen Wünsche immer hinten an oder verwirft sie gleich, aber man bekommt auch so viel zurück! Zum Beispiel waren wir einen Abend bei Freunden zum Essen eingeladen. Die Freunde haben 5 Katzen – also vier eigene und Mau jetzt adoptiert. Und ich hatte Jonah von Mau erzählt und er war aufgeregt und hatte überhaupt keine Scheu, sich völlig fremden Menschen ans Bein zu werfen und mit Ihnen auf Katzenjagd zu gehen. Und Mau fand er auch toll und hat vor Freude am ganzen Körper gezittert, herzlich herrlich gelacht und sich gefreut, wie es ein Erwachsener gar nicht mehr kann. Solche Momente sind unbezahlbar. Wunderschön. In der dritten Woche kam dann noch Judi dazu – wir haben nachmittags noch ein Bild zusammen gemalt und sind dann alle man zum Flughafen gefahren. So richtig Assi mit Kühltasche und Bier, um direkt nach Ankunft in der Sonne bei 30 Grad ein Welcome-Bier zu schlürfen Schön war’s. Am Samstag ging’s natürlich zum Strand und abends sind wir dann hier im Dorf auf die Fiesta gegangen – Anlass war der Feiertag der Dolores. Was es damit auf sich hat? Nun, in Mancha Blanca (grenzt direkt an meinen Wohnort „Tinajo“, man läuft nur 10 Minuten), steht eine Kirche. Die Kirche der heiligen Dolores. Die Legende besagt, dass die Madonnenfigur, getragen von den verzweifelten Einwohnern des Dorfes Mancha Blanca, während einer Bittprozession die Lavaströme anhielt und so das Land vor weiterer Zerstörung bewahrte. Sie ist am 15. September jeden Jahres (Maria Schmerzen, hier örtlich Fiesta de la Virgen de los Volcanes) das Ziel von Wallfahrten, die an die Errettung vor den Lavaströmen der Vulkanausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736 und 1824 erinnern. Dann gibt es am Wochenende davor oder danach immer eine große Fiesta, mit viel Gottesdienst, aber sonst eben auch viel Musik, Kirmes, Handwerksmesse und und und. Das ganze Dorf wurde umgebaut, Straßen tagelang gesperrt, überall hingen (Auch noch 20km entfernt) Schilder mit „Achtung Pilger“ und der Marktplatz beherbergte plötzlich mehrere Restaurants, 20 Getränke-Buden, 20 Fahrgeschäfte, 30 Süßigkeiten-Stände, eine riesengroße Bühne und Platz für die Romeria, die am Sonntag stattfand. Dabei wird die Madonnenfigur vor die Kirche gefahren und Gruppen von der ganzen Insel (die teilweise seit mehreren Tagen oder zumindest Stunden bis nach Mancha Blanca gelaufen sind, teils mit Eselskarren und Traktoren und und und ) führen Lieder oder Tänzer auf und bringen ihre Gaben zur Dolores. Die gesamte Romeria hat fast 3 Stunden gedauert, und ich schätze, es waren an die 1.600 Gäste dort zum Zuschauen. (Fotos hier: http://www.webdelanzarote.com/fotos20.htm) Wir haben das Wochenende also hauptsächlich dort verbracht – am ersten Abend mit ordentlich Caipis, am Sonntag dann etwas gemäßigter. Morgens bin ich meine Laufrunde gelaufen, die auch an der Dolores entlang führt, und habe auf meinem Weg bestimmt 200 Pilger überholt, alle in hübschen kanarischen Trachten, es sah wunderschön aus an diesem klaren Sommertag. Aber das Bild am Nachmittag war dann noch etwas schöner, bei Tanz und Gesang, Folklore, Freude und dem ein oder anderen Bierchen… Abends gings dann noch auf die Kirmes – Mama und Tante Sunny sind mit Jonah Kinder-Achterbahn gefahren, weil er sich alleine nicht getraut hat, es gab was zu schnuckern (alle lieben Churros!) und zu Fuß ging es dann auch irgendwann wieder nach Hause. Eigentlich sollte in den nächsten Tagen der Strand für uns das Ziel sein – leider hat es nicht immer geklappt, weil wir 3 halbe Tage beim Zahnarzt bzw. bei diversen Zahnärzten verbracht haben. Die arme Jessie hat am Montag beim Frühstück einen Backenzahn gecrasht, der so nicht bleiben konnte – der musste raus. Also haben wir das Frühstück abgebrochen und ich dachte noch so: Ist zwar Mist, aber hier um die Ecke ist eine Zahnklinik, da fahren wir gleich hin, lassen das Ding ziehen und ärgern uns hinterher, dass es Geld gekostet hat, welches man in D nicht von der Versicherung wieder bekommt. Doof nur, dass ich nicht auf dem Schirm hatte, dass der tatsächliche Feiertag der Dolores ja der 15. September – eben dieser Montag – war und alles, aber auch wirklich alles zu hatte. Auch der Zahnarzt. Und der nächste auch. Und der dritte ging nicht ans Telefon, also sind wir da nicht hin gefahren. Sondern zum Krankenhaus nach Arrecife – wo es aber auch keinen Dentist on duty gab. Keiner konnte uns helfen, und so entschieden wir, dann eben am Dienstag morgen zum Zahnarzt zu gehen. Da hat ja alles wieder auf. Und der ist ja direkt um die Ecke. Also Dienstag morgen viertel vor Neun wieder hin. Kamen auch direkt dran, die vermeintliche Sprechstundenhilfe entpuppte sich mit Ihren Anfang 20 als Zahnärztin, und nach 1.5 weiteren Stunden auch als absolute Anfängerin und Metzgerin gleichermaßen. Gesicht war Matsche, Zahn war halb draussen, Blut in Unmengen vergossen und dann fiel ihr ein, dass sie das passende „Werkzeug“ nicht hat, um den Zahn komplett zu ziehen, deswegen hört sie jetzt auf. Wir können ja woanders hingehen oder auch so nach Hause fliegen, das geht schon. Häh???? Ich konnt’s nicht glauben! Und Jessie konnte nach der Tortur kaum noch sprechen … also hab ich mal auf den Tisch gehauen und ihr gesagt, dass ich sowas noch nie erlebt habe und sie gefälligst dann den anderen Zahnarzt anrufen soll und den Fall schildern soll, damit wir dort dann direkt dran kommen und der weiss, was zu tun ist. Ihre Antwort: Ich hab keine Nummer von denen. Meine Antwort: Handy gezückt, mobile Daten angemacht, Zahnarzt in San Bartolomé gegoogelt und angerufen und ihr das Handy in die Hand gedrückt. Leider hat sie nur mit der Sprechstundenhilfe dort gesprochen und wurde mit einem Rückruf vertröstet. Also sind wir auf eigene Faust dorthin gefahren. Und nein, diese 1. Zahnärztin hat nicht nach Geld gefragt – was die Sache ja eigentlich noch schlimmer macht, wenn sie so ihre stümperhafte Arbeit noch unterstreicht… Egal, ich schweif ja ab – die nächste Praxis sah von innen ganz schlimm aus und durch Glück und Google haben wir eine weitere Zahnarztpraxis aufgetan, 20 km weiter, und dort angerufen. Ich hab den Fall geschildert und die Rezeptionistin war echt nett und hilfsbereit und meinte, der Arzt kann sich das gerne ansehen und wenn es wirklich ein schwieriger Fall ist, schickt sie uns zum Kieferchirurgen, der holt das Ding in 5 Minuten raus. Klang gut. Also hin. Und das war ein Glücksgriff. Nicht, weil das Leiden dann 5 Min. später zu Ende war (war es nicht!), sondern weil der Zahnarzt was von seinem Handwerk versteht und zudem noch total einfühlsam ist. Jetzt wirklich Kurzfassung: Reingeguckt. Oh gesagt. Geröngt. Versucht, zu betäuben. Ging nicht, Nerv viel zu entzündet. Kind, nimm Penicillin und viel Schmerzmittel. Komm in 2 Tagen wieder. Also 2 Tage Penicillin und dann wieder hin – einen Tag vor Rückflug. Innerhalb von einer Stunde hat er das Mistding dann wirklich rausgehebelt – aber unter ganz schön viel Kraftaufwand. Ungünstig, wenn Kiefer und Nerv zusammen verwachsen sind. Aber das Ding ist raus und dem Rückflug steht nichts mehr im Wege. Und einen letzten gemeinsamen Strandtag haben wir so auch noch hin bekommen Gott sei Dank, und den letzten Abend bei guter Musik ausklingen lassen. Dank Patrick. Der ist nämlich am Dienstag noch zu uns gestoßen am Abend – passte jetzt nicht in die Zahnarzt-Story. Endlich männliche Unterstützung für Jonah 3 Frauen vs. 2 Männer. Den gestrigen Abend haben wir dann in Puerto del Carmen verbracht – im besten Steakhouse, das ich hier bisher kenne und haben ihn ausklingen lassen mit viel Bier und einem Strandspaziergang bei Nacht. Live Musik schallte aus den umliegenden Kneipen und Bars… wenn man über das Meer geblickt hat, sah man die Lichter von Fuerteventura auf der anderen Seite… viele Sterne am Himmel, warme Luft. Toll. Und jetzt seid ihr so ziemlich wieder auf dem aktuellen Stand. Nun freue ich mich auf eine schöne und ganz andere Woche mit Patrick!!! Und danach geht es für eine Woche nach Deutschland, arbeiten. Auch darauf freue ich mich, auf meine Kollegen und Kolleginnen, auf den Kunden, auf den Job. Und auf meine Family, die ich ja auch ein paar Monate nicht mehr gesehen habe (außer meinen Eltern)! Die beiden Kleinen sind bestimmt schon ganz groß geworden… Nicht aufs Herbstwetter. Lass die Sonne scheinen bitte, sonst erfriere ich. Und jetzt: Genug getippt für heute. So viel liest doch kein Mensch auf einmal! Bis demnächst
19.9.14 12:01


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